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Rauchentwöhnung:
Hilfreiche Tipps und Tricks für ein Leben ohne Rauch

aufhoeren rauchenDie meisten Raucher schaffen es nicht, dauerhaft mit dem Rauchen aufzuhören. In der Schweiz gibt „mehr als die Hälfte der Rauchenden an, mit dem Rauchen aufhören zu wollen“, so das Bundesamt für Gesundheit. Dabei gibt es genügend gute Gründe, um rauchfrei zu werden. Allerdings ist das Risiko für einen Rückfall sehr hoch. Hinzu kommt, dass der Konsum von Tabak enorm hohe gesundheitliche Schäden bei den Betroffenen verursachen kann. Seit 2010 ist im gesamten Land das Rauchen an Arbeitsplätzen und öffentlich zugänglichen Räumen verboten.

Am besten ist es natürlich gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen. Ist es jedoch zu spät, gibt es verschiedene Methoden und Tricks, um der Zigarette langfristig Lebewohl zu sagen. Neben Präventionskampagnen, die Rauchern in ein Leben ohne Zigaretten helfen sollen, unterstützen auch viele Krankenkassen ihre Mitglieder in ihrem Vorhaben. Doch was leisten die Kassen, wenn sich Betroffene entscheiden, mit dem Rauchen aufzuhören? Und welche Methode eignet sich am besten dafür?

Tabakpräventionskampagne Schweiz:
„Ich bin stärker. SmokeFree“

Ich bin stärker. SmokeFree bildIn erster Linie fügen Raucher sich selbst den grössten gesundheitlichen Schaden zu. Allerdings gefährden sie auch ihre Mitmenschen, wenn sie zur Zigarette greifen. Eine aktuelle Kampagne von Bund, Kantonen und Nichtregierungsorganisationen in der Schweiz möchte daher Rauchende dabei unterstützen, aufzuhören. Zusätzlich soll die Kampagne bei den Menschen das Bewusstsein für das Gesundheitsrisiko der Nichtraucher verstärken. Denn das Passivrauchen kann für Betroffene ebenfalls schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.

Etwa jeder vierte Schweizer ab 15 Jahren ist Raucher. „Aus gesundheitspolitischer Sicht ist diese Zahl zu hoch“, kritisiert das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Denn Rauchen beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Gesundheit. In der Schweiz entstehen jährlich enorm hohe Kosten für medizinische Behandlungen und Erwerbsausfälle aufgrund von Tabakkonsum. Insgesamt belasten Rauchende „die Volkswirtschaft mit rund 5,6 Milliarden Franken pro Jahr“, erläutert das BAG. Daher soll eine aktuelle Präventionskampagne mehr Menschen dazu bewegen, mit dem Rauchen endlich aufzuhören.

Die Kampagne trägt den Slogan „Ich bin stärker. SmokeFree“. Im Gegensatz zu den Schockbildern auf
Zigarettenschachteln visualisiert die Kampagne ganz normale Menschen, die es geschafft haben aufzuhören. Dies soll jeden Raucher motivieren und bestärken dem Rauchen ein Ende zu setzen.

Aktuelle „SmokeFree Ich bin stärker“
TV-Spots

Schweizer Nichtraucherschutzgesetz: Rauchverbot am Arbeitsplatz

rauchverbotBereits seit 1. Mai 2010 ist das Rauchen am Arbeitsplatz in der Schweiz verboten. Neben öffentlich zugänglichen Räumen wie Restaurants, Kinos, Schulen und Einkaufszentren betrifft das Rauchverbot auch alle Büros, in denen sich mehrere Personen aufhalten. Auch wenn ein Büro nur für eine Person als Arbeitsplatz fungiert, darf dort nicht geraucht werden, sofern zum Beispiel andere Kollegen oder Besucher ab und zu in dieses Zimmer kommen. Arbeitgeber sind per Gesetz dazu verpflichtet, alle geschlossenen Räume rauchfrei zu halten. Kommen sie dieser Forderung nicht nach, droht ihnen unter anderem ein Bussgeld von etwa 1.000 CHF.

Die strenge Regelung soll Nichtraucher vor passivem Tabakkonsum schützen. Denn auch das Passivrauchen kann zu schweren Erkrankungen wie Asthma, Atemwegserkrankungen oder Lungenkrebs führen. In der Schweiz sterben laut Amt für Arbeit Schwyz „jedes Jahr mehrere Hundert Nichtraucherinnen und Nichtraucher infolge Passivrauchens.“

Obwohl es durch das Nichtraucherschutzgesetz strenge Vorgaben für Raucher am Arbeitsplatz gibt, existieren Ausnahmen für beispielsweise Hotels, Pflegeheime oder Gefängnisse. Denn solange es sich um „wohnungsähnliche Einrichtungen handelt“, dürfen Betreiber selbst entscheiden, ob sie das Rauchen in den jeweiligen Zimmern gestatten oder nicht.

Erlaubt ist das Rauchen hingegen im Freien, an definitiven Einzelarbeitsplätzen oder in speziell dafür vorgesehenen Räumen, ohne dass Mitarbeiter durch den Geruch oder Rauch belästigt werden. Fumoirs unterliegen jedoch strengen Auflagen. Damit ein Raum für Raucher genehmigt wird, muss dieser unter anderem nachfolgende Bestimmungen erfüllen:

  • Ausstattung mit einer mechanischen Belüftungsanlage
  • Abgeschlossener Raum
  • Kein Durchgangszimmer
  • Die Tür muss sich selbstständig schliessen
  • Sichtbare Markierung als Raucherraum

Rauchentwöhnung:
Warum mit dem Rauchen aufhören?

dkfzDas Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen schützt besonders Nichtraucher. Allerdings sind Raucher viel stärker durch den Tabakkonsum gefährdet. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) in Heidelberg nennt gleich mehrere Gründe, warum Raucher nicht mehr zur Zigarette greifen sollten. Neben gesundheitlichen Folgen wie Lungenkrebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Atemwegserkrankungen und Unfruchtbarkeit beziehungsweise Impotenz kann Rauchen zusätzlich die körperliche Fitness stark beeinträchtigen. Ein Rauchstopp führt dazu, dass Betroffene nicht nur fitter sind, sondern auch ihr Erkrankungsrisiko sinkt. Zudem schonen ehemalige Raucher neben ihrer eigenen Gesundheit ebenfalls die Menschen in ihrer Umgebung.

Auch aus finanzieller Sicht, lohnt es sich mit dem Rauchen aufzuhören. Denn eine Zigarettenschachtel kostet in der Schweiz durchschnittlich 8,20 Franken. Personen, die eine Schachtel am Tag rauchen, können im Jahr somit fast 3.000 Franken sparen. Dieses Geld können Nichtraucher stattdessen für einen schönen Urlaub beispielsweise im Wellnesshotel oder am Strand aufwenden.

Der Tabakkonsum hat schwerwiegende Folgen für den menschlichen Organismus. Obwohl sich viele Raucher dessen bewusst sind, fällt es ihnen dennoch schwer, dauerhaft mit dem Rauchen aufzuhören. Das liegt vor allem an dem Stoff Nikotin, denn er führt zu einer Sucht beim Menschen. Während des Konsums verursacht das Nikotin die Ausschüttung des Glückshormons Dopamin. Dies bewirkt bei Rauchern ein Gefühl der Entspannung und Zufriedenheit. Sinkt der Nikotinspiegel jedoch wieder ab, kommt es zu Unruhezuständen. Die Folge ist, dass Raucher erneut zur Zigarette greifen, um das gute Gefühl wieder herzustellen.

Von einer Nikotinsucht loszukommen ist meist sehr schwer. Obwohl Nichtraucher fitter und weniger anfällig für Krankheiten wie Herzinfarkt, Infektionen der Atemwege, Zahn- und Zahnfleischerkrankungen sind, schaffen es nur wenige auf Dauer rauchfrei zu leben. Damit die Rauchentwöhnung gelingt, versuchen Bereitwillige unterschiedliche Methoden, um der Zigarette Lebewohl zu sagen.

Einige Krankenkassen unterstützen ihre Mitglieder sogar beim Vorhaben mit dem Rauchen aufzuhören. Zum Beispiel hat das Bundesamt für Gesundheit im Jahr 2013 entschieden, dass die Krankenkassen in der Grundversicherung die Rauchentwöhnung durch Medikamente finanziell unterstützen. Allerdings ist die Übernahme der Kosten an bestimmte Bedingungen wie eine ärztliche Beratung und Unterstützung bei der Entwöhnung geknüpft.

Neben der Entwöhnung mit Hilfe von Medikamenten gibt es weitere Methoden um Nichtraucher zu werden. Allerdings ist jede Behandlungsweise unterschiedlich und nicht immer erfolgsversprechend. Die grösste Aussicht auf Erfolg haben Raucher, indem sie eine professionelle Verhaltenstherapie machen und zusätzlich Medikamente oder Ersatzpräparate wie Nikotinpflaster zu nutzen. Etwa 33 Prozent derjenigen, die aufhören möchten zu rauchen, sind mit dieser Methode ein Jahr später immer noch rauchfrei. Wohingegen der spontane Entschluss mit dem Rauchen aufzuhören in den seltensten Fällen erfolgreich ist. Zwar sparen sich Menschen, die von heute auf morgen aufhören, hohe Kosten für Therapien und Arzneimittel, aber lediglich ein bis fünf Prozent von ihnen kommen langfristig von der Tabaksucht los. Andere Nikotinsüchtige schwören auf alternative Konzepte wie Akupunktur oder Hypnose. Doch diese Therapien gehören in der Regel nicht zu Kassenleistungen und müssen daher aus eigener Tasche finanziert werden. Ausserdem gibt es bisher noch keinen wissenschaftlichen Beweis für einen dauerhaften Erfolg dieser Methoden.

Im Rahmen der zuvor genannten Tabakpräventionskampagne „SmokeFree“ ist eine App entwickelt worden, um das Rauchen leichter aufzugeben. Da es meist zu zweit einfacher ist, können Freunde mit der „Smokefree Buddy App“ Raucher bei der Entwöhnung unterstützen.

Nikotinsucht: Rückfälle vermeiden

Vielen Rauchern fällt es schwer, die Nikotinsucht dauerhaft zu bekämpfen. Alte Gewohnheiten wie die Zigarette beim Kaffee, nach dem Essen oder in Stresssituationen lassen sich nur schwer vermeiden. Dennoch gibt es einige Tricks, wie sich Rückfälle vermeiden lassen oder Betroffene zumindest daraus lernen können.

Zuerst müssen Raucher zwischen einem Rückfall und einem sogenannten Vorfall unterscheiden. Während der Rückfall bedeutet, dass Raucher in alte Muster verfallen und wieder langfristig rauchen, ist ein Vorfall meist nur ein einmaliger Ausrutscher. Ein Fehltritt kann beispielsweise im Biergarten mit Freunden passieren oder wenn ehemalige Raucher viel Stress auf der Arbeit haben. In der Regel können aber viele unterschiedliche Umstände dazu führen, dass Nichtraucher wieder rückfällig werden und erneut zur Zigarette greifen.

Je öfter ein ehemaliger Raucher jedoch wieder zum Glimmstängel greift, desto wahrscheinlicher ist es, dass er einen Rückfall erleidet. Daher ist es wichtig, dass Betroffene ihre Situation erkennen und rechtzeitig intervenieren. Damit aus einem einmaligen Schwächemoment keine erneute langfristige Abhängigkeit wird, sollten ehemalige Raucher „für den Notfall bestimmte Strategien parat haben“, rät das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz). Nichtraucher, die beispielsweise in einer Stresssituation wieder zur Zigarette greifen möchten, sollten sich genau überlegen, ob es das wirklich wert ist, ein rauchfreies Leben aufzugeben.

„Be Smart Don’t Start“:
Schülerprävention

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Am besten ist es jedoch, mit dem Rauchen gar nicht erst anzufangen. Daher hat die Europäische Union eine Präventionsmassnahme für Schüler ins Leben gerufen. Jährlich findet ein Wettbewerb unter dem Motto „Be Smart Don’t Start“ (‚Sei schlau und fange gar nicht erst an‘) statt. Das Projekt findet in unterschiedlichen EU-Ländern statt und wurde erstmals 1989 in Finnland durchgeführt. Der Wettbewerb soll Schüler überzeugen, rauchfrei zu bleiben. Zusätzlich möchte die EU verhindern, dass bereits Kinder im Schulalter mit Zigaretten experimentieren. Aber auch rauchende Schüler sollen dazu ermutigt werden, nicht dauerhaft zu rauchen. Durch den Wettbewerb möchte die EU Schüler im Nichtrauchen bestärken und aufzeigen, dass Rauchen nicht cool ist.

Neben 18 teilnehmenden Ländern startet auch die Schweiz den Schülerwettbewerb zum 19. Mai 2016 erneut. Schon im vergangenen Jahr konnten beispielsweise im Kanton Zug von insgesamt 99 Klassen 81 das Projekt erfolgreich beenden. Alle Klassen die dieses Jahr teilnehmen möchten, können sich schriftlich oder online anmelden. Sind mindestens 90 Prozent der Klassenkameraden mit der Teilnahme einverstanden, unterzeichnen die Kinder einen verbindlichen Vertrag mit den Organisatoren des Wettbewerbs. Damit verpflichten sich alle Schüler der Klasse, im kommenden Schuljahr rauchfrei zu bleiben.
Für den Wettbewerb teilen sie der Wettbewerbsleitung regelmässig mit, ob sie noch immer auf die Zigarette verzichten. Greifen jedoch mehr als zehn Prozent der Mitschüler wieder zum Glimmstängel, scheidet die Klasse aus dem Wettbewerb aus. Nur die Klassen, die durchhalten, sichern sich eine Chance auf verschiedene Gewinne wie Reisegutscheine, Geld für die Klassenkasse oder ein Gutschein für eine gemeinsame Klassenaktivität.